Kapitel 10: Der letzte Schnitt - Die Montage und Bearbeitung von Bild und Ton - Seite 2
Die Bearbeitung der Video- und Audioaufnahmen für einen Film findet quasi nur noch am Computer mit Hilfe von Videoschnittprogrammen statt. Das Angebot an Schnittprogrammen ist inzwischen so groß, dass nicht wenige Kolleginnen und Kollegen in der Schule schnell die Qual der Wahl haben.¹
Die Wahl und ggf. Anschaffung von Videoschnitt-Software hängt zunächst vom System ab, danach kommen die Ansprüche an das Schnittprogramm ins Spiel.
Der Einstieg in das Filmemachen gelingt inzwischen mit diesen mobilen Endgeräten sehr gut. Sie verfügen nicht nur über eine hochwertige Bild- und Tonaufzeichnung, sondern können die Aufnahmen auch mit Hilfe entsprechender Apps schneiden und nachbearbeiten.
So ist beim iPad mit iMovie bereits ein kostenloses und einfach zu bedienendes Schnittprogramm vorinstalliert, das für den einfachen Schnitt und die Nachvertonung sehr gute Ergebnisse liefert.
Bei Android-Geräten müssen kostenlose Videoschnitt-Apps erst noch durch den Nutzer installiert werden.
Für beide Systeme gibt es natürlich kostenpflichtige Apps, die in Bedienung und Performance bisweilen recht unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Ganz allgemein lässt sich aber feststellen, dass das Schneiden und Nachbearbeiten auf den relativ kleinen Bildschirmen nicht jedermanns Sache sind und die Bearbeitungsmöglichkeiten (Anzahl der Spuren, Effekte, Ausspielformate usw.) – insbesondere bei kostenlosen Apps – doch recht begrenzt bleiben.
Am häufigsten werden Filme natürlich an einem PC mit Windows- oder Apple-Betriebssystem geschnitten und bearbeitet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Hohe Rechenleistung, große bzw. mehrere Bildschirme, eine Vielfalt an Software mit sehr großem Funktionsumfang selbst bei kostenlosen Versionen sowie angepasste Peripherie (z.B. Tastatur mit Shortcuts) erlauben eine bedienerfreundliche Bearbeitung von Bild und Ton und professionelle Ergebnisse.
Dabei muss es nicht zwangsläufig die neueste Rechnergeneration im vierstelligen Preissegment sein, auch mit etwas älteren Rechnern lassen sich einfache Schnittprojekte realisieren.
Dennoch ist mit Blick auf die immer besser werdende Bildqualität im Videobereich (selbst Consumer-Kameras liefern inzwischen fast standardmäßig 4K-Videos) und den damit verbundenen steigenden Ansprüchen an die digitale Verarbeitung des Videomaterials ein leistungsstarker Rechner zu empfehlen. Die hierbei entscheidenden und aufeinander abzustimmenden Elemente sind
– ein schneller Hauptprozessor
– ausreichend Arbeitsspeicher (RAM)
– eine moderne Grafikkarte mit eigenem Arbeitsspeicher
– schnelle Festplatten mit großer Speicherkapazität
Die Auswahl bei kostenpflichtigen Videoschnittprogrammen für den PC ist groß. Für den schulischen Bereich gibt es von einigen Herstellern Preisnachlässe für Bildungseinrichtungen sowie in ihrem Funktionsumfang reduzierte und damit günstigere Programmversionen. Eine weitere Möglichkeit Geld einzusparen ist, bei Internet-Versandhändlern ältere Programmversionen eines Anbieters zu erwerben, die dann manchmal nur noch ein Bruchteil vom Preis einer aktuellen Version kosten, aber dennoch einen für den schulischen Bereich mehr als ausreichenden Funktionsumfang haben.
Inzwischen gibt es aber auch mehr und mehr Freeware im Videoschnittbereich, die sich hinsichtlich Bedienung und Bearbeitungsmöglichkeiten immer weiter verbessert und sich für den Einstieg in die schulische Filmpraxis als Alternative zu kostenpflichtigen Programmen anbietet.
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¹ Auf eine Auflistung gängiger Schnitt-Software und Empfehlungen dazu wird hier verzichtet, da sich sowohl der Markt
als auch die Programme selber ständig verändern. Eine strukturierte Recherche im Internet bringt bessere
Informationen und Entscheidungshilfen.
