Kapitel 9: Der Dreh - Was man braucht und wie man es nutzt - Seite 2
Zwar ist die wackelige Handkamera inzwischen zu einem häufig zu beobachtenden Stilmittel im Film geworden, doch ein gutes Stativ gehört zu jeder Filmausrüstung. Hierbei sind die richtigen Videostative den einfacheren Fotostativen vorzuziehen. Gute Videostative besitzen nämlich einen sogenannten „Fluid-Kopf“, der weiche und gleichmäßige Schwenkbewegungen ermöglicht.
Ein Gimbal ist quasi eine motorisierte Version des Schwebe-Stativs. Die Erschütterungen, die beim Gehen mit der Kamera entstehen, werden über eine motorisierte kardanische Aufhängung ausgeglichen. Alle Gimbals verfügen, entweder im Gerät gespeichert oder als App für Smartphone oder Tablet, über eine Software, die verschiedene Bewegungs- bzw. Aufnahme-Modi erlauben. Gimbals gibt es für alle Kameratypen inkl. Smartphones.
Ein Schwebe-Stativ ist quasi eine vereinfachte Version einer Steadycam ¹. Sie sind inzwischen recht preisgünstig, so dass eine Anschaffung für schulische Filmprojekte denkbar ist. Allerdings benötigt die Führung eines Schwebstativs einige Übung, um die Kamera während des Gehens im Gleichgewicht zu halten. Schwebestative gibt es für verschiedene Kameragrößen bzw. Gewichtsklassen.
Kopflichter werden auf die Kamera gesetzt und insbesondere zum Ausleuchten von interviewten Personen verwendet. In aller Regel sind sie batteriebetrieben. Sie können aber auch als versteckte indirekte Beleuchtung auf einem Set oder als kleine Lichtquelle zur Aufhellung dienen.
Die Flächenleuchte, auch „Fluter“ genannt, wird eingesetzt, um – wie der Name bereits andeutet – vor allem Flächen auszuleuchten. Die meisten Flächenleuchten sind dimmbar, um die Lichtstärke je nach Bedarf einstellen zu können. Wie bei den Stufenlinsenscheinwerfern gibt es diese mit Halogen- oder mit LED-Leuchtmitteln. Für den schulischen Einsatz sind auch hier unbedingt LED-Leuchten vorzuziehen.
Diese Bauart bei den Filmleuchten kommt am häufigsten bei Filmaufnahmen zum Einsatz. Sie ermöglichen einen runden, in der Größe stufenlos einstellbaren Lichtkegel mit in aller Regel weichem Licht. Die noch sehr verbreiteten, weil natürlicheres Licht produzierenden Halogen-Scheinwerfer werden nach und nach durch LED-Strahler abgelöst. Für die Benutzung durch Schülerinnen und Schüler sind unbedingt LED-Leuchten vorzuziehen, da diese sich – im Gegensatz zu Halogenstrahlern – nur geringfügig warm werden.
Reflektoren dienen dazu, sowohl natürliches als auch künstliches Licht zielgerichtet zu reflektieren, um so Personen, Objekte oder Bereiche eines Raums auszuleuchten. Für den schulischen Einsatz eignen sich kommerzielle Falt-Reflektoren mit verschiedenen, austauschbaren Reflektor-Überzügen (silber, gold, weiß). Reflektoren lassen sich auch sehr günstig selber herstellen: Auf eine ca. 5 Zentimeter dicke Styroporplatte werden auf der einen Seite eine Silberfolie, auf der anderen Seite eine Goldfolie (z.B. Rettungsdecke aus Erste-Hilfe-Set) aufgebracht. Selbst eine weiße Seite der Styroporplatte reicht aus, um das Licht einer hellen Lichtquelle zur Aufhellung zu reflektieren.
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¹ Eine Steadycam ist ein komplexes Kamera-Trage-System, das wackelfreie Aufnahmen erlaubt, während
sich der Kameramann bzw. die Kamerafrau fortbewegt. Professionelle Steadycams sind nicht nur schwer
im Gewicht, sondern auch schwer zu bedienen und brauchen viel Erfahrung und Übung.

