Kapitel 9: Der Dreh - Was man braucht und wie man es nutzt - Seite 1
Aufgabe 1: Lernen Sie Filmequipment kennen, das inzwischen im schulischen Kontext Verwendung findet.

Diese mobilen Endgeräte eignen sich inzwischen sehr gut für schulische Filmprojekte. Die heutzutage eingebauten Kameras bieten eine sehr gute Bildqualität. Allerdings sind die Möglichkeiten manueller Bildeinstellungen sehr reduziert. Ein „Kino-Look“ ¹ ist dennoch mit entsprechenden Apps möglich. Die zur Verfügung stehenden Schnitt-Apps erlauben einfache, aber vielfach ausreichende Möglichkeiten der Postproduktion. Die hohe Verfügbarkeit in der Schule macht sie daher sehr interessant für den schulischen Einsatz.
Für die Ton-Aufzeichnung (z.B. Dialoge) mit Hilfe der eingebauten Mikrofone müssen die Geräte jedoch recht nah an der Schallquelle sein. Abhilfe schaffen da externe Richt-Mikros, von denen es inzwischen spezielle Versionen für mobile Endgeräte gibt. s. Richtmikrofon für Smartphone/Tablet

Professionelle Camcorder unterscheiden sich von den Consumer-Camcordern im Wesentlichen dadurch, dass sie einen größeren Bildsensor haben (bessere Bildqualität, mehr Tiefenschärfe) und die manuelle (professionelle) Bedienung durch viele Einstellmöglichkeiten am Gehäuse – auch während einer Aufnahme – erleichtert wird. Darüber hinaus haben solche Videokameras eine professionelle Tonsektion mit XLR-Anschlüssen und manuellen Schaltmöglichkeiten für unterschiedliche Tonquellen.
Preislich liegen sie natürlich um einiges höher als Consumer-Camcorder und sind dazu durch die komplexen Bedienmöglichkeiten nur bedingt für den schulischen Einsatz zu empfehlen.

Digitale Camcorder bieten heute brillante Aufnahmequalitäten, sowohl für Bild als auch Ton, sind einfach zu bedienen und bezogen auf das Preis-Leistungs-Verhältnis am günstigsten. Geräte im Full-HD-Bereich sind bereits für ca. 500,- € zu haben. Daher eigenen sie sich ganz besonders für schulische Filmprojekte. Zu empfehlen sind Camcorder mit separatem Mikrofoneingang und Kopfhörerausgang, um den Ton während der Aufnahme kontrollieren zu können. Die Automatiken für z.B. Schärfe und Belichtung arbeiten heutzutage sehr gut und schnell. Das ist ein Vorteil für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche.
Kleiner Nachteil: Die manuellen Einstellungen werden im Wesentlichen über ein Menü auf dem Display vorgenommen, was Änderungen während einer Aufnahme quasi unmöglich macht. Eine manuelle Schärferegelung haben auch nur die wenigsten dieser Camcorder. Wegen der kleinen Bildsensoren ist ein „Kino-Look“ ¹ nur über Umwege zu erzeugen.
Sogenannte DSLR- (mit Spiegel) oder DSLM- (ohne Spiegel) Kameras bieten seit einigen Jahren schon die Möglichkeit der Videoaufzeichnung. Dank eines relativ großen Bildsensors und vieler manueller Einstellmöglichkeiten ist ein „Kino-Look“ ¹ recht einfach zu realisieren. Hierbei sind jene Kameras mit Wechseloptiken vorteilhafter, weil variabler, als jene mit festverbauten Objektiven.
Der große Schwachpunkt dieser Kameras ist (immer noch) die Tonsektion. Zwar gibt es bei vielen Modellen einen Mikrofon- und einen Kopfhöreranschluss, aber letzterer dient meistens nur zum Abhören einer bereits gemachten Aufnahme. Eine Kontrolle des Tons während der Aufnahme („Hinterbandkontrolle“) ist bislang nur bei sehr hochpreisigen Modellen oder mit zusätzlichem Equipment möglich. Wer mit Fotokameras filmt und dabei auch O-Ton, z.B. Sprache, braucht, wird häufig nicht darum herumkommen, den Ton auf einem externen Gerät (s. Portable Audiorekorder) aufzuzeichnen und dann später im Schnitt synchron unter die Videospur zu legen.
Ein dynamisches Mikrofon wird vor allem für Sprachaufnahmen verwendet, daher häufig auch Sprachmikrofon genannt. Im Vergleich zu anderen Mikrofonsystemen ist ein dynamisches Mikro weniger empfindlich gegenüber einem hohen Schalldruck, also einer großen Lautstärke. Es muss aber recht dicht an die Schallquelle, z.B. den Mund, gehalten werden, damit der Schalldruck für eine ausreichend laute Aufnahme ausreicht. Im Filmbereich findet es daher selten, allenfalls als Reportermikro Anwendung.
Da Smartphones und Tablets immer häufiger für Videoaufnahmen verwendet werden, sind seit einiger Zeit Richtmikrofone speziell für mobile Endgeräte auf dem Markt. Sie sind so konstruiert, dass sie ohne Kabel direkt an Smartphones oder Tablets angeschlossen werden können. Zudem verfügen sie über einen Kopfhöreranschluss zur direkten Tonkontrolle.
Für die Aufnahme von O-Ton (z.B. Dialogen) bei Filmproduktionen verwendet man Rohr-Richtmikrofone, die den Ton gezielt von vorne aufnehmen. Dadurch werden Nebengeräusche weitgehend ausgeblendet. Richtmikrofone werden in aller Regel an sogenannten Tonangeln befestigt. s. Tonangel
Für Außenaufnahmen sind sie meistens durch einem Korb- oder Fell-Windschutz geschützt, um störende Windgeräusche zu minimieren.
Ansteck-Mikrofone, auch Lavalier-Mikrofone genannt, werden gerne für geplante Interviews genutzt. Sie sind recht diskret und müssen nicht vom Interviewenden gehalten werden. Darüber hinaus werden sie auch eingesetzt, wenn Darstellerinnen und Darsteller in einer Totalen sprechen und der Ton nicht mehr über eine Tonangel eingefangen werden kann, weil diese sonst im Bild wäre. Ansteck-Mikrofone gibt es entweder drahtlos oder als kabelgebundene (und meist günstigere) Version. Inzwischen gibt auch sehr kompakte Bauformen, die Mikrofon- und Sendeeinheit in einem kleinen Gehäuse vereinen.
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¹ Mit „Kino-Look“ ist weitestgehend eine Bildgestaltung gemeint, die sich verschiedener Schärfebereiche
eines Filmbildes zu Nutze macht. Häufig sind Hintergründe unscharf, Personen und Objekte im Vordergrund scharf abgebildet.
